Der Boden der Tatsachen
Wir nehmen es als selbstverständlich, unser Brot beim Bäcker aus dem Regal zu holen. Das Mehl für den Kuchen gibt es auch in jedem beliebigen Markt zu kaufen. Selten denken wir dabei daran, unter welchen Bedingungen die Zutaten gedeihen.
Und diese Bedingungen werden leider immer schlechter. Es ist sogar davon auszugehen, dass die Böden in wenigen Jahren derart an Substanz verloren haben, dass nur noch mit 50 Prozent oder weniger Ertrag zu rechnen ist.
Geht man den Tatsachen auf den Grund, findet man verschiedene Ursachen. Der so genannte Flächenfraß ist eine davon. Allein in Deutschland werden pro Jahr derzeit knapp 60 Hektar Land zubetoniert – das sind mehr als 80 Fußballfelder.
Das noch größere Problem ist die industrielle Bewirtschaftung von Ackerland. Dadurch wurden dem Boden über Jahrzehnte zu wenig organische Zerfallsprodukte zugeführt, ohne die er sich nicht richtig rekultivieren kann. Das hat bereits zur Folge, dass pro Jahr zehntausende Mikroorganismen absterben.
Im Ergebnis verschwinden also nicht nur jährlich große Flächen bewirtschaftbarer Flächen, durch sinnlosen Raubbau. Die missbräuchliche Bewirtschaftung vorhandener Flächen führt zudem zu stetig sinkendem Nährstoffgehalt der Ernten.